Ein Film von Julia Waldmann
Seit dem 20. Jahrhundert widmen sich Mathematiker:innen und IT-Expert:innen der Frage nach dem „perfect match“. Sie versuchen die Partnersuche zu professionalisieren und das „Wo-die Liebe-hinfällt“ irgendwie logisch zu begreifen. Mit der Verbreitung von Internet und Smartphones blühen Dating-Apps auf und inzwischen finden sich online schon genauso viele Paare wie auf dem „klassischen“ Weg auf Partys und durch Freunde. Doch die „Anbahnung“ per Computer gibt es nicht erst seit das Internet floriert. Schon Ende 1950er Jahre schreiben die amerikanischen Elektroingenieur-Studenten Jim Harvey und Phil Fialer ein Dating-Programm, denn ihrer Meinung nach ist der Computer das perfekte Werkzeug, um „einsame Herzen“ zu verbinden. Das Programm nennen sie moralisch korrekt „Happy Families Planning Service“. Sie schmeißen eine Party mit 49 Frauen und 49 Männern, die sie befragen, um Psychogramme zu erstellen („sind Sie introvertiert oder extrovertiert?“). Am Ende haben einige Leute Dates und die Idee der computergestützten Partnervermittlung verfängt. Neben Vermittlungs-Agenturen oder kirchlichen Anbahnungsinstituten, entstehen auch kommerzielle, elektronische Partnervermittler. In den 1960er Jahren gibt es eine richtige Dating-Euphorie. Eine akademische Allianz von Computer- und Sozialwissenschaftler:innen ergründet den „Algorithmus der Liebe“ und stellt die Partnervermittlung schließlich auf „wissenschaftliche“ Beine. Der Markt wandelt sich vom Heiratsmarkt langsam in einen Partnerschaftsmarkt und spiegelt die Liberalisierung des Dating-Verhaltens der späten 1960er/1970er wider.
Aber wie kann ein Algorithmus Amor spielen? Womit haben die Matchmaking-Pioniere ihre Computer gefüttert, um zwei passende Menschen zusammenzuführen? Wie gehen menschliche Kuppler:innen vor? Haben Dating-Apps die Suche einfacher gemacht?
Der Film läuft am Valentinstag, 14.02.2026 auf arte.
